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"Bestens be-(über)wacht bei Sicherungsmaßnahmen an den alten Hafenanlagen Pagenwerder. Hier hatte es Hölzer aus den bis ins Mittelalter datierten Molenanlagen gerissen. Nach der Bergung und Dokumentation wurden diese wieder eingespült. Auch zum Müll sammeln blieb etwas Zeit."
       
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Eine tolle Broschüre des NIHK zu den Untersuchungen am Primelberg in Rostock-Dierkow. Hier konnte ein frühmittelalterlicher Seehandelsplatz nachgewiesen werden. Unter anderem unsere Tauchuntersuchungen verhärteten den Verdacht auf Binnenhafenanlagen. Wir werden das Projekt auch in Zukunft unterstützen.
Wir hoffen, dass unsere Forschungen zu mittelalterlichen und neuzeitlichen Hafen- und Befestigungsanlagen an der Küste durch einen interdisziplinären Ansatz so ergänzt werden, dass wir die frühmittelalterliche Seeeinfahrt für die Schiffe von und nach Dierkow sicher bestimmen und verorten können.

 

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Ein erhöhtes Taucheraufkommen am Strand von Hohe Düne sollte Anwohner und Besucher nicht wundern. Seit Montag findet in Rostock das vom Kultusministerium geförderte 19. Schiffsarchäologische Seminar der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. statt. Nach den ersten Theoriemodulen auf dem Jugendschiff Likedeeler starten die Teilnehmer jetzt mit den Übungen unter Wasser.

19.SAS Henrik Pohl

 

12 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet vertiefen diese Woche ihr Wissen zu historischem Schiffbau und Schiffswracks sowie versunkenen Hafen- und Befestigungsanlagen. Da es sich um eine anerkannte Weiterbildung für „Ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger“ handelt, findet eine enge Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege statt. Der zuständige Unterwasserarchäologe des Landesamtes wies die Taucher bereits in Aspekte des Denkmalschutzes und der geltenden Gesetzgebung ein. Ziel der Gesellschaft für Schiffsarchäologie ist es, Taucher für den Schutz der Denkmale zu sensibilisieren. „Nur was ist bekannt ist, kann auch geschützt werden“, so Vereinsvorsitzender Martin Siegel. „Die Teilnehmer lernen, einen Fundplatz zu erkennen und zu dokumentieren, um Zufallsfunde den Behörden melden zu können.“ Das bedeutet unter Wasser zu zeichnen, messen und fotografieren. Frischer Wind und die aufgewühlte Ostsee schrecken nicht ab, bei Sichtweiten unter einem Meter wurden bereits Befestigungsanlagen und ein Schiffswrack untersucht. Der bayrische Archäologiestudent Alexander Preising ist das erste Mal in der Ostsee tauchen. „Das Arbeiten unter Wasser ist eine Herausforderung, macht aber großen Spaß. Wir untersuchen spannende Fundplätze und ich hoffe, dass unsere Ergebnisse der Gesellschaft für Schiffsarchäologie helfen.“ Abhängig vom Wetter soll in den nächsten Tagen auch eine Verdachtsposition kontrolliert werden. „Es wäre natürlich toll, wenn sich ein neuer Fundplatz bestätigt und eine aussagekräftige Dokumentation dem Landesamt übergeben werden kann,“ so Siegel. Wichtiger ist den Veranstaltern aber, dass die Taucher den Denkmalschutzgedanken und ein Verständnis für die aufwendige Arbeit an Bodendenkmalen unter Wasser in ihre Gruppen und Vereine tragen.

 19.SAS Martin Siegel

Fotos:

19.SAS_Henrik_Pohl Teilnehmer am Strand Hohe Düne

19.SAS_Martin_Siegel Taucher vermessen ein über 100 Jahre altes Schiffswrack